Übersicht und Topos

Zurück

Bereich Wampeter Schrofen - Silberwand
Vorwort

Wie eine überdimensionale "Wampe" fußt der Wampete Schrofen (2520m) mir seinem steilen und kompakten NW-Wandsockel tausend Meter tiefer im Lärchenwald oberhalb von Biberwier. Aus diesem Grund hätte sich für die wunderschöne Wand schon beinahe der liebevolle Spitzname "Wampe vom Wampi" etabliert. Wir haben uns aber dann doch erlaubt, dem immerhin 250m hohen und von der Natur bestens ausgestatteten Wandteil den würdigeren Namen "Silberwand" zukommen zu lassen. In der Nachmittagssonne leuchtet sie nämlichg ganz silbern und andererseits soll der Name auch an den intensiven Silberbergbau des Mittelalters bis teil Mitte des vorigen Jahrhunderts erinnern. Zahlreiche Stollen und Anlagen sind langsam verfallende Zeugen eines früheren Wirtschaftszweiges (und sicherlich härteren Knochenjobs als unsere freiwillige Erschließungsarbeit.)

Im Frühjahr 1996 wurde die Silberwand von Hannes Boneberger unter klettersportlichen Gesichtspunkten entdeckt. "Sand auf unserer Haut" und "Erzengel" waren dann die ersten Routen. Die Haupterschließung erfolgte 2001 - 2003 meist durch die Pfrontener Bergführerkollegen Wolfgang Mayr und Martin Schwiersch, sowie Bernt Brause und Hannes Boneberger.
Die Routen sind zur Zeit bis zu 7 Seillängen lang und gut bis sehr gut mit Niro-Schwerlastankern abgesichert. Die Stände sind - wenn abseilgeeignet - mit Abseilkarabinern oder Klebehaken ausgestattet. Die Schwierigkeiten bewegen sich zwischen UIAA 6 - 8. Nur im "Erzengel" sind Friends 2 bis 3 doppelt sowie Friend 4 nötig. In der Route "Sand auf unserer Haut" ist ein Friend 1 und in "Digital Planning" ein Friend 2 für ängstlichere Gemüter hilfreich. Ansonsten genügen 13 Expressschlingen, ein Abseilachter und eine Selbstsicherungsschlinge sowie natürlich ein Helm für einen Plaisir-Kletter-Nachmittag in einer wunderschönen alpinen Landschaft.

Silberwand im Abendlicht
Zugang

Die am leichtesten zu findende Möglichkeit ist, kurz nach Biberwier, links am oberen Parkplatz bei den Marienbergliften parken. Von dort aus den breiten Fahrweg, die Sommerrodelbahn querend, entlang bis man auf den Wanderweg 814 Richtung Biberwierer Scharte, Coburger Hütte kommt. Diesen hinauf bis auf eine Höhe von 1.425m. Dort folgt man einem mit Steinmännchen gekennzeichneten Weg an den Wandfuß. Dauer ca. eine gute Stunde und nochmals eine halbe Stunde bis zur obersten Route. Die Auffahrt mit dem Marienberglift und die anschließende Wanderung über den Schachtkopf ist die gemütlichere Version, dauert aber durch das einschläfernde Tempo der Bahn fast länger.

Strich-
darstellung
Topo in PDF